Spätlese

Der Begriff Spätlese ist mit deutschen Weinen sehr eng verknüpft. Sie ist vielleicht der bekannteste Ausdruck, den man mit Weinen aus Deutschland in Verbindung bringt. Sie ist ein Synonym für Qualität, Ausdauer, lange Haltbarkeit und einem aussergewönlichen Geschmack. Doch was macht eigentlich eine gute Spätlese aus ? Wann darf auch dem Etikett das Wort Spätlese stehen und warum sind die Spätlese Weine auch heute noch so beliebt auf der ganzen Welt ? mehr erfahren

 
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  1. Weingut Markus Molitor Riesling Bernkasteler Badstube Spätlese feinherb
    2016 Riesling Bernkasteler Badstube Spätlese feinherb

    Markus Molitor

    Die 2016 Riesling Spätlese von der Bernkasteler Badstube hat sich prächtig entwickelt. Nach vier Jahren verkostet zeigt sie noch keine Ermüdungserscheinung. Ganz im Gegenteil, der Riesling legt jetzt erst so richtig los.
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    Inhalt: 0.75 Liter (24,67 € / 1 Liter)
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Was ist eine Spätlese ?

Spätlese Weine

Wie der Name schon sagt, werden die Trauben für die Spätlese Weine später geerntet. Darum haben Trauben in Spätlesequalität mehr Zucker in den Trauben. Das natürliche Mostgewicht ist höher und die Trauben hatten mehr Zeit, ihre Geschmacksaromen auszubilden. Diese Eigenschaft haben die deutsche Spätlese in aller Welt berühmt gemacht. Eine Spätlese hat ein hohes Alterungspotential und macht die Weine deshalb kostbar.  Das Qualitätsweinprädikat Spätlese steht für langlebige Weine und einen besondern Charakter. Das Prädikat Spätlese liegt über den QbA und Kabinett Weinen und eine Stufe unter der Auslese.

Welche Regeln gelten für eine Spätlese ?

In Deutschland sind gesetzlich festgelegte Regeln zu befolgen, um Spätlese Weine  zu erzeugen. 

  • Es ist erforderlich, dass die Spätlese zur Leseprüfung angemeldet werden müssen, denn diese Trauben dürfen erst nach der normalen Lese, ab dem sogenannten Spätlesetermin gelesen werden. Dieser Termin wird vom Herbstausschuss der jeweiligen Gemeinde festgelegt.
  • Das vorgeschriebene Mindest-Mostgewicht für eine Spätlese ist in Deutschland von Anbaugebiet zu Anbaugebiet unterschiedlich und variiert manchmal sogar innerhalb eines Anbaugebietes von Rebsorte zu Rebsorte. Im Allgemeinen ist der Mindestwert 85 °Oechsle, für das Weinbaugebiet Baden beispielsweise sind je nach Rebsorte 86° bis 95 °Oechsle erforderlich.
  • Die Zugabe von Zucker um den Most anzureichern ist nach deutschem Weingesetz bei den Spätlese Weinen grundsätzlich verboten. Das ist in Frankreich anders, hier ist es sogar erlaubt bis in die höchsten Qualitätsstufen dem unvergorenen Most Zucker beizumischen.

Ist eine Spätlese immer süß ?

Eine Spätlese muss nicht immer süß sein. Was der Winzer mit dem hohen Zuckergehalt macht, bleibt ihm selbst überlassen. Eine Spätlese kann trocken, halbtrocken oder mit Restsüße ausgebaut werden. Der Winzer muss abwägen welche Art von Spätlese Wein er haben will. Je höher der Zuckergehalt ist, desto höher wird der Alkoholgehalt, da der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. So machen trockene Spätlesen beim Rotwein mehr Sinn als bei den Weissweinen. Aber dies muss von Fall zu Fall betrachtet werden ...

Geschichte der Spätlese

Im Jahr 1775 war es im Rheingau üblich dass der Zeitpunkt der Traubenlese von der jeweiligen Gemeinde vorgeschrieben wurde. Eine Ausnahme war das Schlossgut Johannisberg, das zum Besitz des Bistums Fulda gehörte. Deshalb mussten die Johannisberger Mönche vor der Weinlese die spezielle Genehmigung direkt vom Fuldaer Fürstbischof einholen. So wurde wie jedes Jahr ein berittener Bote nach Fulda geschickt, aber in diesem Jahr warteten die Mönche lange Zeit auf die Rückkehr des Reiters.

Tag für Tag mussten die Mönche zusehen, wie die Trauben an den Rebstöcken immer mehr von Fäulnis befallen wurden und schrumpften. Als der Bote mit einer Verspätung von 14 Tagen eintraf, sah es aus als wäre die Ernte vernichtet. Jedoch ernteten die Mönche sorgfältig die verschrumpelten Trauben und kelterten sie. Schon bald staunte der Kellermeister, denn der Wein aus den faulen Trauben übertraf an Güte alles vorangegangene.

Die Bezeichnung Spätlese wurde von da an für besonders hochwertige Weine üblich und ganz nebenbei hatte man die positiven Effekte der Edelfäule, die durch den Befall der Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) entdeckt. So wurde aus einem vermeintlichen Misserfolg eine epochemachende Entdeckung.