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Latium

Das Weinanbaugebiet Latium erstreckt sich über rund 48 000 Hektar Rebfläche und liegt mitten in Mittelitalien rund um die Hauptstadt Rom . Bereits in der Antike war die Region ein wichtiger Lieferant für die römische Metropole, heute rangiert Latium unter den mittleren Weinregionen Italiens, gemessen an der Rebfläche und dem Anteil an DOP‑Weinen.

Klima und Böden

Das Klima im Latium ist von einer starken Küsten‑Landzunahme geprägt: An der Tyrrhenischen Küste dominieren trockene und heiße Sommer mit milden Wintern, während das Klima im Landesinneren durch bergige Lagen kühler und feuchter wird. Meeresbrisen sorgen für eine moderate Luftzirkulation und senken die Luftfeuchtigkeit, während Winde wie der warme Sirocco und die kühlere Tramontana den Reifeverlauf der Trauben beeinflussen.

Die Böden in Latium sind überwiegend vulkanischen Ursprungs, insbesondere in den alten Kraterlandschaften des nördlichen Latiums nahe Viterbo. Diese gut drainierenden, mineralreichen Vulkanböden verleihen den Weinen ihre typische Frische und Struktur. Die Landschaft ist abwechslungsreich mit Hügeln, Ebenen und Seen, wodurch unterschiedliche Mikroklimata entstehen.

Welche Weine wachsen im Latium ?

In Latium sind etwa 200 Rebsorten zugelassen, von denen jedoch nur ein gutes Dutzend wirtschaftliche Bedeutung erreicht. Weißweine dominieren die Produktion bei nahezu neunzig Prozent. Bedeutende autochthone weiße Sorten sind Malvasia (Malvasia di Candia und Malvasia del Lazio) und Trebbiano Toscano, oft vermischt mit Grechetto oder Bombino. Bei den Rotweinen spielen Cesanese, Sangiovese und Montepulciano die Hauptrolle, während internationale Sorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah zunehmend in modernen Cuvées auftauchen.

Berühmte Weine und Winzer

Der wohl bekannteste Wein Latiums ist der Frascati und insbesondere der DOCG‑klassifizierte Frascati Superiore, ein frischer Weißwein aus Malvasia und Trebbiano, der traditionell mit Meeresfrüchten oder Pasta serviert wird. Berühmt ist ebenso der legendäre Est! Est!! Est!!! di Montefiascone  DOP, dessen Name aus mittelalterlicher Anekdote über herausragende Weinqualität stammt. Unter den Rotweinen hat sich der aromatische Cesanese del Piglio etabliert, dessen duftige, samtige Typik besonders gut zu gegrilltem Fleisch und Lamm passt. Bekannte Winzer, die die Region qualitativ aufgewertet haben, sind etwa Riccardo Cotarella mit ihrem Weingut Falesco, dessen Projekte rund um Est! Est!! Est!!! beispielhaft sind, sowie Familien wie Pandolfo (Cantina Sant’Andrea bei Terracina) oder das Weingut Terre di Marfisa im Tuscia‑Gebiet beim Lago di Bolsena, die moderne Interpretationen der lokalen Terroirs liefern.

DOC, DOCG und IGT Gebiete in Lazio

In Latium gibt es nur 1 DOCG Gebiet . Cesanes del Piglio DOCG ist bekannt für ihre kräftigen Rotweine aus Cesanese. Daneben gibt es 27 DOC Regionen: Frascati DOC, Est! Est!! Est!!! di Montefiascone DOC, Castelli Romani DOC, Colli Albani DOC, Cerveteri DOC, Cesanese di Affile DOC, Cesanese di Olevano Romano DOC, Marino DOC, Velletri DOC, Zagarolo DOC, Aprilia DOC, Bianco Capena DOC, Colli della Sabina DOC, Cori DOC, Tarquinia DOC, Trevignano DOC, Aleatico di Gradoli DOC, Orvieto DOC. IGT oder IGP Regionen gibt es fünf: Lazio IGT, Colli Cimini IGT, Anagni IGT, Ninfa IGT, Civitella d'Agliano IGT

Kulinarische Begleitung

Die Weine des Latiums passen hervorragend zur regionalen Küche. Frische, säurebetonte Weißweine wie Frascati oder Bellone‑Sorten bieten sich ideal zu römischen Klassikern wie Carbonara, Bucatini all’Amatriciana oder frittiertem Baccalà an. Auch gegrillte Meeresfrüchte harmonieren wunderbar mit dem lebendigen Weiß, während Cesanese und andere Rotweine aus dem Hinterland ein würdiger Begleiter sind zu gegrilltem Lamm, Gerichten mit Pecorino Käse oder dem traditionellen Ochsenschwanzragu Coda alla Vaccinara.

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Wissenswertes über den Primitivo Puglia

Der Primitivo Rotwein ist vor allem in Apulien (Puglia auf italienisch) beheimatet. Er wird neben dem Negroamaro in allen wichtigen Gebieten in Apulien angebaut und erfreut sich heute äußerster Beliebtheit. Das war nicht immer so. Ende der neunziger Jahre verlor er fast die Hälfte seiner Anbaufläche von 17 000 ha auf ca. 8 000 ha. Danach rückte der Rotwein aus Apulien immer mehr ins Rampenlicht und die Winzer begannen die Rebsorte nicht nur als Verschnittwein in andere Regionen Italiens zu verkaufen, sondern selbst zu vermarkten.

Ist Primitivo der italienische Zinfandel ?

Die Primitivo Traube ist gleich dem Zinfandel aus den USA.  Dies fand man durch eine DNA Analyse heraus, den die bekannte Wissenschaftlerin Dr. Carole P. Meredith entwickelt hat. Da der Name Zinfandel sehr bekannt ist, rührte man mit ihm die Werbetrommel. Man vermutet, dass der gemeinsame Ursprung der Rebsorte in Kroatien liegt. Dort kennt man die Traube als Tribidrag bzw. Crljenak kaštelanski bekannt. Immer mehr Menschen interessierten sich für ihn und seine Varianten. Er ist fast wieder zur alten Stärke aufgelaufen. Knapp 12 000 Hektar stehen im Absatz des Stiefels wieder unter Reben.

 

 

Primitivo Wein

Welche Rebsorte steckt hinter dem Primitivo Rotwein ?

Hier ist der Name Programm. In einem Primitivo Wein steckt auch die Primitivo Traube. Wie oben bereits beschrieben, ist sie dem Zinfandel gleich zu setzen. Jedochf muss er nicht zu 100% aus der Sorte bestehen. In manchen Regionen kann auch ein kleiner Teil anderer heimischer Sorten mit beigemischt werden. Dies ist aber kein Nachteil, sondern wird meistens dazu genutzt, ihn noch interessanter zu machen.

Der Begriff Primitivo Puglia ist ein Sammelbegriff für alle Primitivo aus Apulien. Jeder Vertreter der aus Apulien stammt darf den Begriff  verwenden. Dabei ist es egal ob es sich um einen Vino da Tavola, IGP, DOCG oder DOP handelt. Er wird hauptsächlich in den zwei Regionen Gioia del Colle DOC und der Provinz Taranto angebaut.

Die Weine aus Salento werden als Salento IGP in den Handel gebracht. Er kommt also aus der Region Salento. Das Salento ist das südlichste Anbaugbiet zwischen Brindisi und Lecco. Das Gebiet des ist etwa 100 km lang.  Den Primitivo findet man im ganzen Salento. 

Der Primitivo di Manduria kommt aus der Region Magna Grecia bzw. Tarantino IGP. Der Rotwein aus Manduria ist der einzige, der den DOC bzw. DOP Status trägt und gehört damit zum besten Weinen aus Apulien. Der Dolce Naturale darf als einziger die DOCG Bezeichnung tragen. Im Aleatico di Puglia DOC dürfen bis zu 15 % verschnitten werden. Auch im Gravina DOC dürfen es maximal 20 % sein. Die DOC Region ist die einzige, die ihn als Sortenreinen Wein ausbaut.

 

 

Woher kommt der Name Primitivo?

Primitivo Puglia

Der Primitivo Rotwein kam Ende des 18ten Jahrhunderts von Kroatien nach Italien bzw. Apulien. Der Name ist eine Ableitung aus dem lateinischen Begriff "primativus", was "Erstreifender" bedeutet. Er ist tatsächlich eine Rebsorte, die sehr schnell reif wird und vor anderen Rebsorten wie Negroamaro, Montepulicano oder Malvasia Negra geerntet wird. Schon im August sind die ersten Trauben reif für die Ernte. Filippo Francesco, ein Mönch und Botaniker aus Gioia del Colle gab der Rebsorte wahrscheinlich seinen Namen. Durch die Gräfin Sabini di Altamura kam die Traube nach Manduria.

Sie brachte sie als Teil ihrer Mitgift in die Provinz mit. Die Trauben können in Puglia sehr hohe Alkoholwerte erreichen. Dies machte ihn früher zu einem beliebten Verschnittpartner für den Amarone. Damals war es recht üblich Rotweine mit 16-18 % Volumen Alkohol zu vinifizieren. Diese Weine kamen vor allem aus Apulien, die heute in aller Welt bekannt sind. Die Alkoholwerte waren natürlich für den normalen Weintrinker zu viel. Man hat gelernt den Alkohol zu zügeln und ihn mit modernen Vinifikationsmethoden zu einem hochwertigen Flaschenwein zu entwickeln. Heute bringt er tiefdunkle Rotweine ins Glas.

 

 

 

Alles Wissenwerte über die Primitivo Rebsorte

Der Primitivo Puglia reift früh und ergibt einen Wein mit einem kräftigen Geschmack. Er wächst auf vulkanischen, kalkhaltigen schwarzen Böden, was ihm seinen besonderen Charaker gibt. Die roten Beeren sind klein und rund und hängen locker an der Rebe. Die Trauben  sind nicht ganz unempfindlich. Sie sind empfindlich gegenüber Wassermangel, Frost und zu hohen Temperaturen. Die Haut ist dünn und neigt schnell zu reißen. Schimmel hat hier dann ein leichtes Spiel. Die Rebsorte ist nicht sehr ertragreich, was auch an den relativ kleinen Beeren liegt. Er muss zur richtigen Zeit geerntet werden, sonst werden die Trauben schnell klein und schrumpelig und verlieren wertvolles Aroma und Inhaltsstoffe. Die Rebsorte aus Italien ist bekannt für seinen hohen Alkoholgehalt, der aus dem hohen Zuckergehalt der Traube resultiert.

 

Geschmack & Duft des Primitivo

Durch die Einführung der Temperaturgesteuerten Vergärung haben die Winzer in Puglia den Primitivo besser im Griff. Wurde er früher nur für seinen massigen Alkohol geschätzt, so können heute die Aromen und sein Charakter sehr schön herausgearbeitet werden. Er erinnert an im Bouquet an Kirsche, dunkle Waldfrüchte, Sauer- und Schwarzkirsche und manchmal auch an himbeerige Aromen. Auch würzige Noten wie Pfeffer, Gewürznelken oder Zimt sind oft zu finden. Gepaart ist das ganze mit Anklängen von Rosmarin, Minze oder auch exotische Anflüge von schwarzem Tee. Die Tannine sind unbehandelt etwas ungestüm. Deshalb tut dem Primitivo eine Zeit in großen oder kleinen Holzfässern ganz gut. Reifte der kräftige Rotwein Primitivo im Holzfass erweitert sich das Aromenrad um Noten nach dunkler Schokolade, Tabak, Vanille oder Muskatnuss.

 

Schmeckt Primitivo Wein trocken oder halbtrocken ?

Gesetzlich ist es nicht vorgeschrieben, dass der Primitivo trocken sein muss. Tatsächlich kommen die meisten Weine "halbtrocken" in den Handel. Die meisten kommen mit ein paar Gramm Restzucker in den Verkauf. Aber warum ? Durch die vielen Sonnenstunden in Apulien produzieren die Rebstöcke viel Zucker, den sie in den Trauben einlagern. Würde man jetzt den ganzen Zucker in Alkohol umwandeln, würden viele Primitivo-Rotweine mit deutlich über 13 % Volumen Alkohol verkauft werden. Die Weine würden "brandig" schmecken. Deshalb lässt man ihm ein paar Gramm Restzucker. Das macht den Geschmack geschmeidig und harmonischer.

 

Primitivo und das Geheimnis des Doppio Passo ?

Was bedeutet eigentlich Primitivo Doppio Passo ? Wer sich mit Weinen aus Apulien auseinandersetzt, bekommt diesen Begriff öfters zu hören. Es ist eine traditionelle Herstellungsmethode, die der Ripasso Methode aus dem Norden Italiens sehr ähnlich ist. Doppio Passo heißt wörtlich übersetzt " Doppelter Schritt oder doppelter Gang". Beim Doppio Passo durchläuft der Rotwein zweimal eine Gärung. Die Trauben für die erste Gärung werden geerntet sobald sie ihre Vollreife erlangt haben.

Die Winzer ernten aber nicht alles, sondern lassen die besten Trauben stehen. Diese verbleiben dann weitere 3 bis 4 Wochen am Stock. Sie reifen nicht mehr weiter, verlieren aber in dieser Zeit ein Teil ihres Wassers. Es bleibt ein Konzentrat zurück, dass besonders viele Aromen und Zucker enthält. Sie werden dann geerntet und zur ersten Gärung hinzugegeben. Der Primitivo reift also ein zweites mal, aber nicht wie beim Ripasso auf dem Trester, sondern auf vollreifen Trauben. Der Doppio Passo erlangt so einen intensiveren und kräftigeren Geschmack.

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