In der Welt des Weins gibt es Namen, die wie ein Versprechen klingen. Gantenbein ist ein solcher Name. Das Weingut von Martha und Daniel Gantenbein in der Bündner Herrschaft hat sich längst einen Ruf erarbeitet, der weit über die Grenzen der Schweiz hinausreicht. Oft als das „Burgund der Schweiz“ bezeichnet, steht Gantenbein für eine kompromisslose Qualitätsphilosophie, die in jedem Tropfen ihrer Weine spürbar wird. Mit den jüngsten Jahrgängen, dem Pinot Noir 2022 und dem Chardonnay 2023, stellen sie einmal mehr ihre außergewöhnliche Fähigkeit unter Beweis, das Beste aus der Natur herauszuholen – selbst unter schwierigsten Bedingungen.
Die neuen Jahrgänge: Zwischen klassischer Eleganz und dramatischer Selektion
Der Pinot Noir 2022 präsentiert sich als ein klassischer Jahrgang von beeindruckender Kraft und Eleganz. Obwohl das Jahr von Trockenheit geprägt war, sorgte die sorgfältige Pflege der Weinberge dafür, dass die Reben stets zur richtigen Zeit mit Wasser versorgt wurden. Das Ergebnis ist ein Wein, der in seiner Aromatik an süße, schwarze Kirschen erinnert und am Gaumen eine ungemeine Raffinesse und Konzentration zeigt, die an große Burgunder erinnert. Mit einem Alkoholgehalt von 13% und einer Trinkreife, die bis 2050 reicht, verspricht dieser Wein eine beeindruckende Entwicklung.
Der Jahrgang 2023 hingegen war von dramatischen Wetterextremen geprägt. Ende August fielen innerhalb von zwei Tagen 250 Liter Regen pro Quadratmeter, gefolgt von Hitzewellen und einem plötzlichen Kälteeinbruch mit Schnee bis auf 1700 Meter. Während der robuste Chardonnay 2023 diese Kapriolen erstaunlich gut überstand, reagierte der sensible Pinot Noir anders. Die Reife stagnierte, und die Gantenbeins sahen sich gezwungen, eine radikale Selektion vorzunehmen. Nur etwa 15% einer normalen Ernte schafften es in den Keller. Doch was in den Fässern liegt, ist von herausragender Qualität und steht den Vorgängerjahrgängen in nichts nach – ein schmerzhafter, aber beeindruckender Beweis für den unbedingten Qualitätsanspruch des Weinguts.
Neuigkeiten aus dem Weingut: Eine Vision, die wächst
Um dem hohen Arbeitsaufwand gerecht zu werden und die Vision von Perfektion weiterzuverfolgen, haben Martha und Daniel Gantenbein ihr Team erweitert. Seit Januar 2024 unterstützen die beiden Winzer Andreas und Ulrike Hütwohl das Weingut. Das Paar, das in Geisenheim Weinbau studiert hat, zog aus der Pfalz in die Bündner Herrschaft und teilt die Passion für kompromisslose Qualität. Gleichzeitig wird der langjährige Mitarbeiter Jürg Ettinger ab 2025 in Teilzeit wechseln, um sich seinem eigenen Weingut zu widmen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Gantenbein nicht nur ein Ort für große Weine, sondern auch für talentierte Winzer ist.
Ausblick: Qualität als oberstes Gebot
Mit dem vielversprechenden Jahrgang 2024, der bereits im Keller reift, blicken die Gantenbeins optimistisch in die Zukunft. Die Ereignisse des Jahres 2023 haben ihre Philosophie „Qualität vor Quantität“ auf die Probe gestellt und eindrucksvoll bestätigt. Die Weine von Gantenbein sind und bleiben ein Monument der Schweizer Weinkultur – und ein Muss für jeden Liebhaber großer, charaktervoller Weine.




