Das Weingut Bercher in Burkheim
Der Kaiserstuhl gehört seit Jahrzehnten zu den spannendsten Weinregionen Deutschlands. Vulkanische Böden, viele Sonnenstunden und ein nahezu mediterranes Klima schaffen ideale Bedingungen für den Weinbau. Mitten in dieser einzigartigen Landschaft liegt das traditionsreiche Weingut Bercher in Burkheim am Kaiserstuhl – ein Familienweingut, das für präzise Handwerkskunst, terroirgeprägte Weine und eine klare stilistische Linie steht.
Wer sich mit den in Deutschland angebauten Burgunderrebsorten beschäftigt, kommt an Bercher kaum vorbei. Besonders Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder zählen zu den Spezialitäten des Weinguts. Bei einem Besuch vor Ort wird schnell deutlich, warum das Weingut zu den renommiertesten Betrieben in Baden zählt.

Das Weingut Bercher am Kaiserstuhl und seine Geschichte
Das Weingut Bercher blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Familienwappen existiert seit 1457. Seit dem Dreißigjährigen Krieg lebt die Familie am Kaiserstuhl und baute 1756 das Gutshaus mit dem Kreuzgewölbekeller, in dem noch heute die Weine reifen. In nun der 10. Generation verbindet das Weingut traditionelle Werte mit moderner Kellertechnik und einem klaren Qualitätsanspruch. Ein paar Meter auf den Hügeln über Burkheim, wo die Weine wachsen, kann man jenseits des Rheins schon das Elsas erkennen.
Der Schlüssel zu den Weinen ist die Herkunft und wenig Einflussnahme auf das Endprodukt im Keller. Wie von vielen Spitzenwinzern gesagt bekommt: „große Burgunder entstehen im Weinberg“. Die meisten Lagenweine sind Terrassiert und prägen die gesamte Landschaft des Kaiserstuhls.

Der Kaiserstuhl als Terroir: Vulkanböden und der einzigartige Still
Der Kaiserstuhl zählt zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Geprägt ist der Kaiserstuhl vom besonderen Untergrund, die Böden in Burkheim sind von Vulkanverwitterungsgestein, Löss und teilweise kalkhaltigen Sedimenten. Diese optimalen Vorraussetzungen für Burgunderrebsorten verleihen ihnen einen distinken Charakter.
Die Weine von Bercher zeigen sehr deutlich, wie stark Herkunft einen Wein prägen kann. Mineralität, Struktur und eine feine Würze ziehen sich wie ein roter Faden durch das Sortiment.


Was macht die Weine vom Weingut Bercher am Kaiserstuhl aus?
Man könnte die Weine alle einzeln verkosten, da ich aber das Weingut besucht habe möchte ich die Essenz der Weine anhand ihrer Rebsorten herausarbeiten und ihren Lagen in denen sie wachsen.
Weißburgunder: Ortswein und Erstes Gewächs
Farblich sind die Weißburgunder mit einem feinen strohgelben Stich geprägt, schon der Burkheimer Ortswein 2024 zeigt, dass der Vulkanboden von seiner Mineralität stark geprägt ist. Aromen von Holunderblüte, sehr reifer gelber Birnen und einer feinen Mikrooxidation die sehr oft in Weinen von Vulkangestein hervorkommen. In der Lage Sasbacher Limburg wird das ganze dann etwas reifer – dies liegt sicher auch am wärmeren Jahrgang 2023 – in der Nase spürt man eine haptische Süße die von Aromen wie Marille, Juzu und Agavensirup geprägt ist. Im Mund bestätigt sich das ganze durch Aromen von Birnbäumen, Streichholz und wieder dieser leichten Mikrooxidation. In der Säure sind beide Weine hoch was ihnen ein schöne frische verleiht. Die länge des Weins steigert sich in der Lage ist aber auch schon im Ortswein beachtlich.
Grauburgunder: Ortswein und Erstes Gewächs
Die Grauburgunder haben einen feinen goldgelben Farbton und stammen aus dem Jahrgang 2024. Beim Burkheimer Feuerberg ist die Farbe etwas dunkler. Der Ortswein strahlt durch seine Frische, Noten von Grapefruit in der Nase und ein hauch Reduktion. Es kam auch eine Cranberry-Note in der Nase auf die sich dann im Mund bestätigen ließ die Säure ist wie schon bei den Weißburgundern hoch was das ganze frisch macht. Auch die feine Mikrooxidative Note die im Weißburgunder zu finden war zeigt sich hier durch eine reife Gelbe Apfelaromatik. Strukturell unterscheidet sich der Feuerberg durch den Einsatz vom großen Holzfass was dem ganzen eine leicht Wachsige cremige Note verleiht. In der Nase spürt man hinzu noch eine Note Apfelmost die mit dem Bienenwachs und der Mineralität schön harmoniert. Die Aromen lassen sich so auch im Mund wiederfinden.
Chardonnay – SE – 2023
Vom Chardonnay durften wir die Selektion von 2023 probieren. Diese wächst auf Lössboden was ein sehr Kalkhaltiger Staubboden ist und damit perfekte Bedingungen für Chardonnay gibt. In der Nase hatte man eine Bonbon Note, Rote Johannisbeere und fast eine leicht laktische Note. Die Säure war in diesem Fall etwas weniger spürbar als bei den anderen Rebsorten dennoch nicht niedrig. Im Mund eine feine Caramelnote und wieder die Rote Johannisbeere. Die Länge des Weines war erstaunlich hoch.
Spätburgunder: Rose, Erste Lage und Großes Gewächs
Zuerst durften wir den Rose – SE – 2023 verkosten, farblich war diese etwas zwischen Ziegelstein und Kupferfarben. In der Nase eine feine Süße die nur in der Nase wahrgenommen wird, auch sucrosité genannt, eine mittelreife Himbeernote und eine leichte Würzigkeit die an Wacholder erinnert. Die Säure in diesem Fall hoch und im Mund bestätigen sich dann auch würzige Aromen und das Typische Streichholzaroma eines Deutschen Spätburgunders.
Spannend wird es beim unterschied zwischen dem Ersten Gewächs Saasbacher Limburg und dem GG Feuerberg Kesselberg beide Jahrgang 2022 der sehr warm war. Sie sind beide im Rubinrotem Spektrum von der Weinfarbe aber im GG wird das ganze etwas dunkler. In der Nase hat der Saasbacher Limburg eine mittelreife Brombeere und Waldbeeren auf der anderen Seite dar Feuerberg Kesselberg der nach Kastanien über dem Feuer, Himbeeren und Salbei riecht. Die Säure ist bei beiden gehoben. Das Tannin im Ersten Gewächs ist sehr fein aber nicht ganz so konzentriert wie im GG. Im Mund stehen die Aromen gegeneinander: Im Saasbacher Limburg eine Leichte Bitterkeit, Waldfrüchte und eine würzige Pfeffrige Note – Im Feuerberg Kesselberg mehr rote Früchte und diese feine Raucharomatik die vom Vulkanverwitterungsgestein kommt auf dem er wächst. In der länge ist das GG etwas höher aber beide haben einen sehr langen Nachhall. Der Saasbacher Limburg ist jetzt schon sehr trinkfreudig beim Feuerberg Kesselberg können das ein oder andere Jahr im Keller sicher nicht Schaden.





