Portugieser

Wenn ich das Wort Portugieser höre, fallen mir gleich zwei Namen ein. Daniel Aßmuth und Andreas Durst. Beide haben gezeigt, das der Portugieser weit besser schmeckt als sein Ruf und das es diese Rebsorte verdient hat, anständig behandelt zu werden. Auch das Weingut Markus Schneider wurd ja mit seinen "Alten Reben" in Sachen Rotwein bekannt. Auch dieser Rotwein besteht ausschließlich aus Portugier. Allgemein wird heute angenommen, dass der Portugieser trotz seines Namens eine bodenständige österreichische Rotweinsorte ist und nicht zu den Rebsorten von Portugal gehört. Der Anbau des Portugieser begann nachweislich im 18. Jahrhundert im südlich von Wien gelegenen Bad Vöslau. Von Bad Vöslau und dem nahe gelegenen Baden ausgehend verbreitete sich die Rebe bald in vielen europäischen Weinbaugebieten. Aus dieser Zeit stammen auch die Synonyme "Vöslauer" und "Badener". Im 19. Jahrhundert erzeugte die Firma Robert Schlumberger ebenfalls in Bad Vöslau aus dem Portugieser den ersten österreichischen Schaumwein. Von dort aus gelangte die Sorte nach Ungarn, Kroatien, Slowenien und 1840 schließlich nach Deutschland (Pfalz, Rheinhessen). Heute wird der Portugieser auch gerne als Rosé (Weißherbst) ausgebaut.

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Der Portugieser ist hinsichtlich Boden und Lage recht anspruchslos. Er verträgt sogar karge Sandböden, verträgt allerdings nicht zu viel Kalk und Feuchtigkeit. Die Winterfrosthärte ist mäßig und es bestehen Anfälligkeiten für verschiedene Krankheiten. Der Ertrag des Portugieser ist in der Regel hoch, geht aber zu Lasten der Qualität. Eine Ertragsbeschränkung durch Kulturmaßnahmen kann in guten bis sehr guten Jahren entsprechende Weinqualitäten hervorbringen. Die Rebe reift früh und wird oft vor der physiologischen Reife gelesen, um der Traubenfäule vorzubeugen.

Ihre Verbreitung findet sie heute vor allem in Deutschland und Österreich sowie in Osteuropa. Der Portugieser ist ein typischer Konsumwein von hellroter, nicht sehr dichter Farbe. Das Bukett des Portugieser ist verhalten bis zart mit weinigen Aromen. Im Geschmack ist der Wein süffig, fruchtig und mild mit geringem Säure- und niedrigem Alkoholgehalt. Am besten schmeckt er ein Jahr bis zwei Jahre nach der Ernte getrunken und die Lagerfähigkeit ist wegen der beschriebenen Charakteristik mäßig. Bei bewussten qualitätssteigernden Maßnahmen (Rückschnitt, richtige Vinifizierung, trockener Ausbau) kann ein anspruchsvoller Wein entstehen. Gerne wird der Portugieser auch als Verschnittwein verwendet, um Schwere und Fülle bei anderen Rotweinen auszugleichen.

Auch dies hat sich heute gehörig gewandelt. Auch die Rebsorte profitiert vom Klimawandel und der steigenden Erfahrung deutscher Winzer mit dem Rotwein. Man findet immer mehr kräftige und dichte Portugieser in Deutschlands Weinlandschaft. Auch die ekelhafte halbtrockene Ausbauweise in der Literflasche kommt nicht mehr so oft vor. Die Winzer haben erkannt, das im Portugieser weit mehr Potential steckt als vermutet und der Rotwein zu mehr als nur einem roten Zuckerwasser taugt. So mancher Winzer konnte mit dieser Rebsorte beim Deutschen Rotweinpreis punkten und hat bewiesen, das in ihm noch viel verstecktes Potential steckt.

Folgende Synonyme für den Portugieser sind bekannt: Blauer Portugieser, Vöslauer, Badener, Oportó, Portugizac, Kraljevina, Portugalské modré, Autrichien, Portugais Bleu.

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