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Weingut Robert Weil
Weingut Robert Weil, 1875 gegründet, wird heute von Wilhelm Weil in der vierten Generation geleitet. Der Gründer des Weingutes, Dr. Robert Weil, kaufte die ersten Weinberge im Kiedricher Berg 1867. Damals noch als Professor für Deutsch an der Pariser Sorbonne tätig, musste er im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 Frankreich verlassen. Er ließ sich in Kiedrich nieder und erweiterte neben seiner Tätigkeit als Journalist das Weingut mit besten Weinbergspartien im Kiedricher Berg.
Die Philosophie des Weingutes Robert Weil
Die klare Philosophie absoluten Qualitätsweinbaues, Vision und mutiges Investieren waren die Voraussetzungen dafür, dass sich das Weingut rasch entwickelte und bald schon seine Weine auch international gefeiert wurden. So wurden die Spät- und Auslesen aus dem Weingut Dr. Robert Weil an viele Kaiser- und Königshäuser Europas geliefert als die weißen Pendants zu den großen Weinen des Bordeaux.
Das Weingut Robert Weil heute
Heute wächst in den Weinbergen des Weingutes (75 ha) zu 99% Riesling, ergänzt durch 1% Pinot Noir. Der konse-quente Anbau der Rebsorte Riesling, eine streng qualitätsorientierte und ertragsmindernde Arbeit im Weinberg, selek- tive Handlese und ein äußerst schonender Weinausbau im Keller sind die Garanten für die Erzeugung individueller und großer Weine. Dank dieses konsequenten Qualitätsmanagements konnten mit dem Jahrgang 2009 im nunmehr einund- zwanzigsten Jahr in einer weltweit einmaligen ununterbrochenen Folge der Jahrgänge auf Weingut Robert Weil alle Prädikate von Gutswein, Kabinett, Spätlese bis zum Eiswein und zur Trockenbeerenauslese eingebracht werden. Viele Beobachter der internationalen Weinwelt sehen in Weingut Robert Weil mit seinem "Château-Charakter“ ein weltweites Symbol deutscher Riesling-Kultur.
Die Toplagen des Weingutes Robert Weil im Rheingau
Die Rheingauer Lage "Kiedrich Klosterberg"
Der Name Klosterberg geht auf den alten Verbindungsweg zurück, den die Eberbacher Mönche vom Kloster Eberbach her über Kiedrich zur Klostermühle bei Eltville nutzten, und der als „Closterweg“ die Lage querte. Im Klosterberg von Robert Weil zeigt sich die geologische Vielfalt auf kleinstem Raum, die den Rheingau im Allgemeinen und die Berglagen des Rheingaus im Besonderen auszeichnet. So sind die Schieferanteile des Klosterbergs für einen fruchtbaren Feinboden und damit für die Mineralstoffe in den Weinen von Robert Weil verantwortlich, da sie leicht verwittern. Der Serizitgneis des Klosterbergs ist vulkanischen Ursprungs. In der Differenziertheit der Gesteinsarten der Weilschen Berglagen begründet sich das unterschiedliche Geschmacksbild der Weine von Robert Weil aus den drei Lagen, vom gehaltvollen, fast barocken Klosterberg, über den feinen, mineralischen Turmberg bis zum nachhaltigen, mineralisch-fruchtigen Gräfenberg.
Der Kiedricher Gräfenberg wird schon Ende des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich als „mons rhingravii“ (Berg des Rheingrafen) erwähnt und 1258 dann als „Grevenberg“ benannt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in Zeiten höchster Reputation für die Rieslinge vom Rhein, wurden die Gräfenberg- Rieslinge des Hauses Dr. Robert Weil an den europäischen Kaiser- und Königshäusern als „Grands Crus von deutschem Boden“ ebenso getrunken. Ein Gräfenberg-Riesling aus dem Jahre 1893 hatte Weingut Robert Weil über die Grenzen des Rheingaus hinaus bekannt gemacht die zu dieser Zeit die teuersten Gewächse der Weinwelt waren. Aber auch in heutiger Zeit steht der Gräfenberg im Fokus. Beleg für sein Renommee sind die Ergebnisse und Rekordpreise auf den Versteigerungen des VDP sowie der internationalen Auktionshäuser wie Christie’s. Und der Gräfenberg ist auch die weltweit einzige Lage, in der in einer ununterbrochenen Folge der Jahrgänge von 1989 bis heute alle Qualitätsstufen bis zur Trockenbeerenauslese geerntet werden konnten.
Kiedrich Turmberg
Seit den Tagen der Gründung des Weingutes Robert Weil galt der Turmberg neben dem Gräfenberg immer als zweite Spitzenlage des Weingutes. Der Lagenname Turmberg leitet sich vom erhaltenen Bergfried der ehemaligen Burg Scharfenstein ab. Diese Höhenburg wurde um 1160 auf dem nordöstlich von Kiedrich gelegenen Bergsporn (240 m über NN) auf Veranlassung der Mainzer Erzbischöfe erbaut. Sie sollte den Rheingauer Landesherren zum einen die Ostflanke des Rheingaus sichern und zum anderen den wichtigen Handelsweg, der von Eltville nach Limburg und von dort weiter nach Köln führte. Mit dem Weingesetz von 1971 und dessen Novellierung der Weinbergsrolle ging die alte Lagenbezeichnung Kiedricher Turmberg in der Lage Kiedricher Wasseros auf. Im Jahre 2005 wurde sie als Einzellage und als Monopolbesitz des Weingutes Robert Weil mit 3,8 ha in den Parzellen des ehemaligen Turmbergs wieder eingesetzt.Der KiedrichTurmberg liegt an den Hängen eines steilen Bergsporns. Der Boden dieser steinig-grusigen Schieferkippe besteht zu hohen Anteilen aus Phylliten mit geringfügigen Lößlehmbeimengungen.














